Während der Expedition (25. Oktober – 15. November 2006) wurden deine Fragen automatisch zum Schiff weitergeleitet und umgehend beantwortet. Du konntest deine Fragen an alle Personen am Schiff richten, entweder auf deutsch oder auf englisch: Kapitän, Offiziere, MatrosInnen, KöchIn, IngienieurIn, Piloten der Alvin, WissenschaftlerInnen und StudentInnen.


Landwiedgymnasium Linz, 4. Klasse

F: Dauert das Auftauchen mit Alvin laenger als das Abtauchen?

A: Das haengt stark davon ab, was man vorhat. Normalerweise dauert es etwa gleich lang, etwa 26 bis 32 Meter pro Sekunde.

F: Wie lange dauert ein Tauchgang maximal? Was ist, wenn man im U-Boot auf die Toilette muss?

A: Die Länge des Tauchgangs hängt einerseits von der Benutzung der Batterien ab, andererseits muss das U-Boot noch bei Tageslicht wieder auf das Schiff gebracht werden. Im Normalfall taucht Alvin um 8 Uhr morgens ab und kommt gegen 16 Uhr wieder an die Oberfläche. Die Bergung dauert dann auch noch ungefähr 45 Minuten. Wenn man im U-Boot aufs Klo muss, verwenden wir Plastikgefäsze, ganz ähnlich wie im Krankenhaus. Das ist zwar nicht besonders angenehm, kann aber bei 8 Stunden Tauchzeit oft nicht verhindert werden.

F: Wie kann ein Tier in dieser großen Tiefe mit wenig Nahrung überleben?

A: Ganz generell gibt es sehr wenig Nahrung in der Tiefsee, weil alle Nahrung in den lichtdurchfluteten oberen 200 Metern des Meeres durch Photosynthese produziert wird oder vom Land eingetragen wird. Deswegen sind die Tierpopulationen in der Tiefsee nicht besonders groß. An den heißen Quellen jedoch wird über Chemosynthese Nahrung in Hülle und Fülle von Bakterien produziert und deswegen gibt es viele, viele Individuen von Röhrenwürmern, Krabben, Fischen oder Muscheln.

F: Warum hat der Spinnenfisch (kommt in Film vor) so große Augen, wenn er doch nichts sehen kann?

A: Leider kenne ich den Spinnenfisch nicht, aber viele Fische die in der Tiefe von 200 bis 1000 Meter Wassertiefe leben, haben große Augen, um das Restlicht, welches in diesen Tiefen vorkommt, wahrnehmen zu können. Aber auch tiefer unten, wo überhaupt kein Licht vorhanden ist, leben Fische mit großen Augen. Die tun eigentlich gar nichts damit. All diese Fische stammen von Fischen im Seichtwasser ab, und ihre Augen haben sich anscheinend einfach nicht rückgebildet, obwohl sie diese überhaupt nicht verwenden.

F: Wie können Tiere bei den hohen Temperaturen in der Nähe der Black Smokers überleben?

A: Die Temperaturgradienten an den Black Smokers ist sehr steil. In der Thermalflüssigkeit misst man Temperaturen von bis zu 360°C. Da lebt überhaupt nichts. Wenige Zentimeter daneben können aber schon wieder kalte 2°C gemessen werden. Die meisten Tiere leben an den warmen Quellen, die haben so bis zu 30°C. Nur in der Nähe des Pompejwurms kann man Temperaturen bis zu 80oC messen. Ich habe aber auch schon beobachtet wie eine weiße Schlotkrabbe durch den schwarzen Rauch eines Black Smokers durchmarschiert ist und auf der anderen Seite einige Sekunden später halb schwarz und versengt, aber doch munter, wieder herausspaziert ist.

F: Wie halten die Tiere die großen Druckunterschiede aus (wenn sie zwischen verschiedenen Wassertiefen wechseln)?

A: Die meisten Tiere kommen nur in bestimmten Wassertiefen vor. Es gibt aber auch Tiere die in verschiedenen Tiefen zu finden sind. Einer der Tricks ist sicher, keine gasgefüllten Räume im Inneren des Körpers zu haben. Nur Gase werden mit Druck zusammengedrückt, nicht aber Feststoffe und Flüssigkeiten. Auch Wale, die tief tauchen, atmen vor dem Abtauchen aus, damit sich in ihren Lungen keine Luft befindet.

F: Welches ist das größte Tier, das Sie selbst in der Tiefsee gesehen haben?

A: Der Riesenröhrenwurm Riftia pachyptila. Der Wurm lebt in einer weißen Röhre, die 2.5 Meter lang sein kann. Der Wurm selbst kann ungefährt 1.5 lang werden. Wenn diese Würmer aneinander hochwachsen, kann so eine Ansammlung von Würmern, einer neben dem anderen, gut 3 Meter hoch sein. Das ist sehr beeindruckend, weil diese Wurmbüschel weiß sind, auf schwarzem Basalt wachsen und am Vorderende der Röhre die roten Tentakel der Würmer herausschauen.

F: Haben Sie selbst schon neue Tierarten in der Tiefsee entdeckt?

A: Ja, mehrere. Die erste Art die ich vor 10 Jahren beschrieben habe, war ein kleiner Wurm von einem Sea Mount im Pazifik mit dem schönen Namen Antygomonas oreas. An den heißen Quellen finden wir jedes Mal, wenn wir da sind, neue Tierarten. Während die großen Tiere zumindest hier an dieser Stelle bei 9 Grad Nord schon alle bekannt sind, gibt es noch viele kleine Tiere bis zu einem Millimeter groß, die vollkommen unbekannt sind. Gerade vor 2 Wochen ist eine neue Arbeit von einer meiner Studentinnen publiziert worden mit 3 neuen Tierarten, zwei vom Pazifik und einer vom Atlantik.

F: Haben Sie selbst auch schon Kadaver oder Skelette am Meeresboden gefunden?

A: Eine Walkadaver oder –skelett habe ich persönlich noch nie gesehen, aber eine meiner Studentinnen arbeitet an der speziellen Fauna, die auf Walkadavern zu finden sind. Da gibt es ganz nahe Verwandte der Riesenröhrenwürmer. Das sind kleine Würmer mit dem Namen Osedax. Diese Würmer leben in Symbiose mit Bakterien, die den Knochen von Walen auflösen können und so auch ihren Wirt – den Wurm – ernähren.

F: Welchen Salzgehalt hat das Wasser in der Tiefsee?

A: Generell ist nicht viel Unterschied im Salzgehalt zwischen dem Oberflächenwasser und dem Tiefseewasser. Der beträgt so 34 Promille, also 32 Gramm Salz pro Liter. Der Atlantik ist oben leicht salziger, der Pazifik ist unten leicht salziger. Das Mittelmeer ist mit 37 Promille salziger, weil dort mehr Wasser verdunstet.

F: Wieso wissen Forscher, dass sie bisher 1% der Tiefsee erforscht haben?

A: Das sind im Grunde genommen grobe Schätzungen. Aber eins ist klar, wir wissen sehr wenig über die Tiefsee.

F: Wie stark würde ein Mensch in dieser Tiefe zusammengedrückt werden?

A: Ich weiß nicht genau. Die Lungen würden total zusammengedrückt werden, weil alle Luft, die drinnen ist, praktisch zu nichts schrumpfen würde. Ansonsten bestehen wir ja zum Großteil aus Flüssigkeiten und Feststoffen (Blut und Knochen zum Beispiel) und diese bleiben auch bei hohem Druck gleich groß. Schau auf die Seite mit dem Experiment – Styroporbecher.

F: Wie ist das Gefühl, so weit unten im Meer zu sein?

A: Super, aber nachdem ich gerade vor zwei Tagen meine zehnten Tauchgang hatte, habe ich mich mittlerweile schon daran gewöhnt und deshalb wird Bettina, die gerade zum ersten Mal getaucht ist, diese Frage beantworten. Bettina: Unbeschreiblich eigentlich. Man fühlt sich sehr sehr klein dort unten, und kann es am Anfang noch gar nicht begreifen, dass man sich nun 2500m unter der Meeresoberfläche befindet, vor allem, weil der Abstieg einem sehr kurz vorkommt. Er dauert nur etwa eine Stunde und man taucht in absolute Dunkelheit ab. Wenn das U-Boot dann am Meeresgrund seine Lichter anschaltet, sieht man auf einmal eine ganz andere Welt, fast als wäre man auf einem anderen Planeten. Wenn man dann etwa sechs Stunden in dieser Tiefe verbracht hat, ist man ziemlich erschöpft, weil es zum einem sehr kalt wird im U-Boot und man zum anderen so viele neue, aufregende Dinge sieht und viele verschiedene Eindrücke verarbeiten muss. Ich habe es sehr genossen und würde es jederzeit wieder machen wollen.


Haupt- und Musikhauptschule Herzogenburg

1. Klasse

F: Wie grosz ist das groeszte Korallenriff?

A: Das groeszte Korallenriff ist das Great Barrier Reef nordoestlich von Australien. Es besteht aus mehr als 2900 einzelnen Riffen und etwa 1000 Inseln und ist insgesamt 2300 Kilometer lang.

F: Wie grosz werden Haie?

A: Die groeszten Haie gehoeren zu den Planktonfressern. Der allergroeszte ist der Walhai Rhinocodon mit mehr als 12 Metern Laenge und einem Gewicht von ueber 20 Tonnen.

Der zweitgroeszte Hai ist der Riesenhai Cetorhinus maximus mit etwa 12 Metern.

Den dritten Platz belegt der groeszte Fleischfresser unter den Haien: Der Weisze Hai Charcharodon carcharias. Er wird mehr als sieben Meter lang und ueber 3500 Kilo schwer.

Dominik und Michael

F: Gibt es am Meeresgrund auch Seesterne und Seepferdchen?

A: Seesterne gibt es schon, sogar ziemlich viele verschiedenen Arten. Seepferdchen kommen allerdings in der Tiefsee nicht vor.

F: Wie groß werden sie?

A: Die meisten Seesterne in der Tiefsee sind kleiner als die im Seichtwasser. Das gilt übrigens für die meisten Tiere.

F: Können Sie, Frau Bright, ein U-Boot steuern?

A: Nein, leider nicht. Die Ausbildung der Piloten dauert einige Jahre, dabei lernen sie auch ein U-Boot zu fliegen (nicht zu fahren) und natürlich auch auf- und abtauchen. Und viele andere Dinge mehr, wie die hydraulischen Arme zu bedienen, die übrigens ganz ähnlich funktionieren sollen, wie Spielkonsolen. Viele von euch wären also wahrscheinlich ganz geschickt, wenn es darum ginge, Experimente in der Tiefsee mit den Armen durchzuführen.

Philipp und Manuel

F: Haben Sie Angst in der Tiefsee?

A: Eigentlich nicht. Ich fühle mich ganz sicher im U-Boot.

F: Sehen Sie auch Meeresstrudel?

A: Die einzigen Strudel die man unten an den heißen Quellen sieht, sind die Black Smokers, die heisse Thermalflüssigkeit mit Temperaturen von über 300°C ausstoszen. Wenn sich diese Thermalflüssigkeit mit dem kalten Seewasser vermischt, entsteht so etwas Aehnliches wie ein Strudel, der noch 200 Meter über dem Meeresboden zu sehen ist.

F: Haben Sie schon Tintenfische oder Quallen gesehen?

A: Ja. Es gibt ganz spezielle Tintenfische, die nur an den heißen Quellen leben. Meist verstecken sie sich, aber manchmal sieht man diese Tiere auch frei am Gestein herumkriechen. Quallen gibt es ganz wenige an den Quellen und die hab ich noch nie gesehen.

F: Haben Sie Angst vor Meeresungeheuern?

A: Nein. Es gibt sehr große Tintenfische in der Tiefsee mit Armen die mehrere Meter lang sein können. So einen Kalmar würde ich gern mal sehen. Diese Tiere werden selten gefangen, aber manchmal an die Oberfläche und an Land gespült.

Patrik und Simon

F: Wie lange bleibt Ihre Gruppe im Boot?

A: Wir sind am 23. Oktober von San Diego, USA weggefahren und kommen voraussichtlich am 17. November in Manzanillo, Mexico an.

F: Wie alt ist der Kapitän?

A: Unser Kapitän wurde am 27. September 1946 geboren und geht jetzt in Pension.

F: Können Sie auch eine Seestern mitnehmen?

A: Nein, an den heißen Quellen findet man nur sehr selten Seesterne. Schlangensterne gibt es aber mehrere (siehe Foto).

Oguz und Talha

F: Welche Mengen musz der Koch verarbeiten?

A: Wir kochen taeglich drei Mahlzeiten fuer 51 Personen. 22 Crewmitglieder und 23 Wissenschaftler und sechs Assistenten. Das sind 153 Mahlzeiten pro Tag.

F: Fangen Sie auch Fische zum Essen?

A: Manchmal, wenn wir Zeit haben, fischen wir. Meist haben wir aber kein Glück. Manchmal fangen wir Thunfisch, der sehr gut gegrillt oder auch roh schmeckt.

F: Haben Sie in ihrer Mannschaft auch Chinesen oder Menschen aus anderen Ländern?

A: Die wissenschaftliche Mannschaft auf dieser Expedition ist sehr international und kommt aus USA, Schweiz, Österreich, Spanien und Italien. Die Studentin Amy kommt aus China, studiert aber im Moment in den USA. Die Mannschaft ist vorwiegend aus den USA. Ein Matrose ist aus Mexico.

Cem und Alex

F: Können Sie ein Foto mitbringen, wenn Sie eine Hai oder ein Seepferdchen sehen?

A: Ja, würde ich gerne machen, aber Seepferdchen leben in seichten Gewässern im Seegras und deswegen finden wir sie hier nicht. Ein Foto von einem Tiefseehai hätte ich auch gerne. Das wäre ein großes Glück wenn wir einen Tiefseehai sehen würden. Wir haben aber heuer schon 2 Mal in der Nacht einen Hai ganz nahe beim Schiff gesehen. Die werden vom Licht angelockt, oder von den Kalmaren die auch vom Licht angelockt werden und die von den Haien gejagt werden. Beide Male waren die Haie nicht sehr groß, so etwa 70 cm.

F: Was passiert, wenn ein Stück Eisen ein oder mehrere Stunden unter Wasser bleibt?

A: Es beginnt sehr schnell zu rosten. Am U-Boot werden für jeden Tauchgang einige hundert Kilo Eisen befestigt und vor dem Auftauchen abgeworfen, damit wir wieder an die Oberfläche gelangen. Es dauert dann einige Zeit bis das Eisen dann total wegrostet. Wie lange, kann ich nicht sagen.

Sidal, Wen und Verena

F: Wie tief ist das tiefste Meer oder das tiefste Gewässer?

A: Die tiefste Stelle mit über 10 000 Metern im Meer ist der Marianengraben im Westpazifik. Auf jeden Fall ist diese Stelle tiefer als die höchsten Berge an Land, das Himalaja Gebirge.

F: Woher kommen Sie?

A: Ich wurde in Graz geboren und habe meine Kindheit in Knittelfeld, Steiermark verbracht.

Felix und Daniel

Q: What happens with glass, a phonebook, a radio, a schoolbook, wood or a pumpkin 2000 meters under water?

A: A phonebook, schoolbook and wood contain cellulose. This material can be eaten by some bacteria, so it will disintegrate after a while. The same is true for a pumpkin. Its food for many bacteria and will foul, just like on land. A radio will rust, but probably the remains of the radio will stay in shape for a long time. Glass does not change much at all under water. All this material does not contain gas but is solid or in the case of the pumpkin is solid and liquid and thus wont change its form under pressure.

4. Klasse

Bianca

F: Seit wann tauchen Sie schon mit U-Booten?

A: Ich bin zum ersten Mal 1992 getaucht und vor zwei Tagen hatte ich meinen zehnten Tauchgang.

F: Ist es Voraussetzung, dass man gut Englisch kann?

A: Ja, eigentlich schon. Die wissenschaftliche Sprache ist Englisch und auf Konferenzen oder am Schiff muss man sich verständigen können. Auch im U-Boot Alvin muss man Englisch sprechen, weil die Piloten aus den USA sind.

Philipp

F: Welche Geraete sind in einem U-Boot vorhanden?

A: Es gibt eine Menge Geraete in Alvin. Wir machen unsere eigene Atmosphaere und muessen die auch staendig kontrollieren. Wir haben Sauerstoffflaschen und Atemgeraete fuer den Notfall. Wir haben mehrere Computer und Flachbildschirme. Ebenso Digitalkameras, Videokameras und Audiorecorder. Auszerdem haben wir Reservesicherungen, Werkzeuge, Notbatterien und doppelte Notfallausruestung (Essen, Decken und ein Signalortungssystem). Jeder erhaelt ein Lunch-Paket und wer auf's Klo musz erhaelt eine Flasche gereicht. Dazu kommt die besondere Ausruestung, die jeder Wissenschaftler mit in die Tiefe nimmt. Und selbstverstaendlich wird alles staendig kontrolliert.

F: Haben Sie ein persönliches Lieblingstier in der Tiefsee?

A: Ja die Riesenröhrenwürmer. An denen forsche ich schon mehr als zehn Jahre.

F: Wie schnell ist die Höchstgeschwindigkeit des U-Bootes?

A: 3 km/h, also ziemlich langsam. Wir sausen da unten nicht gerade herum, sondern schweben eher langsam.

F: Wie reagieren die Fische auf Licht?

A: Eigentlich weiß man das nicht so genau. Meistens schwimmen sie weg, wenn wir kommen. Ob sie von den Scheinwerfern geblendet werden oder nicht, weiß man nicht. Es könnte auch sein, dass sie die Wasserbewebung, verursacht vom U-Boot, spüren und deshalb wegschwimmen.

Christina Sch.

F: Wie ist das Gefühl, so weit unter dem Meeresspiegel zu sein?

A: Wunderschön, da merkt man erst wie groß das Meer ist und wie klein wir sind. Auch das U-Boot ist nur eine winzige Kugel im riesigen Ozean.

F: Wie viele Expeditionen haben Sie schon hinter sich?

A: Das ist meine elfte Expedition mit einem Forschungsschiff.

F: Wie sind sie zu dieser Crew gekommen?

A: Begonnen hat alles 1992 mit einer Einladung eines amerikanischen Kollegen zu meiner ersten Reise. Heuer habe ich Geld vom österreichischen Wissenschaftsministerium bekommen um einige Tauchgänge selbst bezahlen zu können, so ungefähr 50 000 Euro für einen Tauchgang.

Agnes

F: Dürfen wir Sie einladen, uns mehr Informationen zu den Lebewesen zu geben, die Sie schon gesehen haben?

A: Im daily log werden wir noch über die Tiere, die wir heuer gesehen haben, berichten.

Christina M. und Julia P.

F: Eine Kopie von Tierbildern, die durch einen Tsunami an Land gespült worden waren, liegt bei. Haben Sie eines dieser Tiere schon selbst gesehen?

A: Ich kann leider keine Bilder via Internet hier am Schiff empfangen. Die Dateien sind zu groß um via Satellit übertragen zu werden. Ich denke, es handelt sich um Fische die in den mittleren Tiefen von ein paar hundert Metern bis 1000 Meter leben. Von solchen Fischen habe ich bis jetzt nur einmal einen kleinen Anglerfisch während des Abtauchens gesehen.

F: Haben Sie schon einmal eine kritische Situation erlebt, wenn ja welche?

A: Nein, zum Glück nie. Die Piloten und die ganze Mannschaft sind sehr vorsichtig.

F: Haben Sie auch jetzt noch manchmal Bauchkribbeln oder Angst beim Hinuntertauchen?

A: Aufgeregt bin ich eigentlich immer ein bisschen, weil ich mich aufs Tauchen freue und weil ich hoffe, meine Arbeit dort unten gut erledigen zu können, aber Angst hab ich nicht.

F: Fehlt Ihnen Ihre Familie auf Reisen?

A: Ja immer, aber nachdem ich ja vieles Neues sehe, vergeht die Zeit für mich schneller als für meine Familie. Außerdem bin ich dann in den Tropen mit viel Sonne, während meine Familie im grauen, regnerischen Herzogenburg sitzt.

F: Was war das erste Tier, das Sie entdeckt haben?

A: Ein kleiner Wurm mit vielen Stacheln drauf, der in vier Meter Wassertiefe im Sand vor Rovinj, Kroatien lebt. Der bekam dann den Namen Antygomonas incomitata.

Cornelia

F: Wie viele Arten von Lebewesen sind schon erforscht?

A: Diese Frage ist ganz schwer zu beantworten. Auch an Land und im seichten Meer gibt es viele Lebewesen, die wir noch nicht entdeckt und beschrieben haben. Aber besonders in der Tiefsee warten sicherlich noch vielleicht mehrere Hunderttausend von unbeschriebenen Arten.

Marlene

F: Merkt man, wenn sich das U-Boot auf- und abbewegt?

A: Nein, aber wenn man aus dem Fenster schaut, sieht man wie kleine fluoreszierende Lebewesen entweder noch oben oder nach unten ziehen.

F: Gibt es im U-Boot nur schwaches Licht, weil man Batterie sparen muss?

A: Ja, wir haben einige kleine Lampen, die je nach Bedarf ein- und ausgeschaltet werden um Batterie zu sparen und dann gibt es noch viele kleine, meist rote Kontrollichter bei den Schaltern.

F: Haben ihre Freunde und Familie Angst um Sie, wenn Sie ins U-Boot steigen?

A: Ich glaube nicht, aber meine Eltern sag ich es meistens nicht, wann genau ich tauche, sondern erst wenn ich wieder zurück bin.

Sebastian

F: Haben Sie schon einen Riesenkalmar gesehen?

A: Nein, leider nicht.

F: Würden Sie uns Fotos mitbringen von der Expedition?

A: Ja, gerne. Werde euch ein CD vorbeibringen.

Günter

F: Welchen Antrieb hat Alvin?

A: Drei Schiffsschrauben am Hinterende, betrieben von Batterien, treiben Alvin an.

F: Wie lange dauert es, die maximale Tauchtiefe zu erreichen?

A: Wir tauchen 2500 Meter tief und es dauert je nach Gewicht der Passagiere und der Dinge die wir mitnehmen (Sammelbehälter ect) ungefähr 1.5 Stunden bis dorthin. Kerstin Deine Frage wird beim call to the deep beantwortet.

Benjamin

F: Wie lange dauert die Fahrt mit dem Forschungschiff zu der Stelle, wo Sie das U-Boot eintauchen?

A: Die Fahrgeschwindigkeit von Atlantis ist 12 Knoten, also 12 Seemeilen pro Stunde. Das sind 1.8 km pro Stunde. Von San Diego, USA aus sind wir fuenf Tage gefahren. Beim Rückweg fahren wir nach Manzanillo, Mexico und sind zwei Tage unterwegs. Schau Dir das auf einer Karte an.

F: Finden Sie es toll, auf dem Schiff Silvester, Weihnachten oder Geburtstag zu feiern?

A: Nein, überhaupt nicht. Geburtstag ist mit nicht so wichtig, aber Weihnachten und Silvester möchte ich viel lieber mit meiner Familie verbringen.

F: Haben Sie schon einen Vipertext gesehen?

A: Vipertext kenn ich nicht, aber vielleicht meinst du einen speziellen Fisch der Gruppe Viperfische - und die hab ich leider auch noch nie gesehen.

Julia und Daniela

F: Wie schwer und wie groß darf das neu entdeckte Lebewesen sein, das sie aufs Schiff nehmen dürfen?

A: Eigentlich sind die Tiere, die ich erforsche sehr winzig, also kein Problem für U-Boot oder Schiff. Aber im Prinzip gibt es keine Gewichtsbeschränkung was Tiere betrifft, solange der Tauchgang entsprechend geplant ist und alles vorbereitet ist. Mir wurde erzählt, dass Alvin einmal einen Teil eines Walkaders mitgenommen hat, der sicherlich 500 kg wog. Allerdings wollte dann niemand an Deck bei der Bergung dabei sein, weil alles fürchterlich gestunken hat und die verwesenden Fleischteile wollte keiner so richtig angreifen.

F: Wie viele Laborräume gibt es auf dem Forschungsschiff?

A: Es gibt zwei kleine Labors in der Größe eines Klassenzimmers und ein großes Labor, so etwa in der Größe eines halben Turnsaals. Allerdings stehen im großen Labor auch ein Tischtennistisch und ein Tischfußball.

F: Könnte man einen Tauchgang durchführen, wenn kein Druck wäre?

A: Schwer vorzustellen, weil überall auf der Erde Druck herscht. An der Meeresoberfläche genau 1 bar. Also wenn der Druck in der Tiefe gleich 1 bar wäre, dann wäre es viel leichter zu tauchen, weil man dann keine Titaniumkugel bräuchte die dem hohen Druck standhalten müsste und man könnte z.B. eine Plexiglaskugel verwenden.

F: Wie viel Grad hat das Wasser am Meeresboden?

A: So zwei Grad C, und es gefriert nicht bei vier Grad C, weil viel Salz im Meerwasser ist.

F: Welche Ausbildung war für ihren Beruf erforderlich?

A: Matura und Studium Ökologie oder Zoologie mit Schwerpunkt Meeresbiologie mit Abschluß Doktorat an der Universität Wien. Später dann Habilitation mit Erlangung der Lehrbefugnis (venia docendi) and einer Universität im Fach Meeresbiologie und Zoologie. Aber all diese Dinge führen nicht automatisch zu den heißen Quellen der Tiefsee mit Forschungsschiff und U-Boot. Man braucht auch viel Glück (und Ausdauer, und Begeisterung….)

F: Welche Veränderungen merkt man in diesen extremen Tiefen?

A: Vom U-Boot aus hauptsächlich die Finsternis. Auszerdem zeigt der Temperaturfühler so ab 1000 Meter ungefähr zwei Grad C Aussentemperatur und im Inneren des U-Bootes wird es kalt und nass (durch das Kondenswasser, welches sich bildet).

Melanie

F: Spürt man im U-Boot einen Druck in den Ohren?

A: Nein, nur am Ende des Tauchgangs, wenn die Luke geöffnet wird, verschlägt es einem die Ohren durch den Druckunterschied.

F: Merkt man, dass man sich immer weiter nach unten bewegt?

A: Siehe oben

F: Wie lange bleibt man pro Tauchgang in der Tiefe?

A: Ungefähr 8 Stunden. Siehe oben


BG/BRG Mödling

6. Klasse

F: Wir haben gelesen, dass es in der Tiefsee Korallen geben soll. Stimmt das? Wenn ja, wie ernähren sie sich?

A: Ja, die größten Korallenriffe befinden sich in der Tiefsee. Diese Tiefseekorallen leben allerdings ohne ihre Zooxanthellen, symbiontische, grüne Einzeller die durch Photosynthese auch Nahrung für ihren Wirt erzeugen. Zooxanthellen gibt es nur im Seichtwasser. Die Tiefseekorallen strudeln mit ihren Tentakeln Nahrung aus dem Wasser und fressen diese Kleinstpartikel. Siehe Bild von Stein- und Weichkorallen im Golf von Mexico, ungefähr 1500 Meter Tiefe.


BG 6, 1060 Wien

Klasse 3C

F: Wie grosz ist das U-Boot?

A: Laenge: 7,1 Meter. Breite: 2,6 Meter. Gewicht: 17 Tonnen. Geschwindigkeit: 2 Knoten. Reichweite: 5 Kilometer. Durchmesser der Personenkapsel: 2 Meter.

F: Wie sieht der Alltag des Kapitaens aus?

A: Der Kapitaen ist fuer alles verantwortlich, was an Bord passiert. Deshalb steht er an der Spitze aller Entscheidungen. Er schaut taeglich nach dem Wetter um zu sehen, ob Stuerme aufziehen. Er stellt sicher, dass Alvin taeglich problemlos ins Wasser gelassen und wieder geborgen wird. Jeden Tag macht er seinen Rundgang an Deck und kontrolliert, ob alles sicher ist und achtet dabei auch auf die Sauberkeit des Schiffes. Auszerdem sorgt er dafuer, dass die Wissenschaftler sicher ihre Programme durchfuehren koennen.

F: An welchen Lebewesen forschen die Wissenschaftler der Alvin vor allem? Welche sind noch gänzlich unerforscht und werden gerade von diesem Forschungsteam bearbeitet?

A: Es gibt sehr viele verschiedene Wissenschaftler, die die Alvin benutzen, um etwas aus der Tiefe zu erfahren und so ziemlich alle arbeiten an komplett unterschiedlichen Dingen. Wir haben an Bord z.B. auch Physikalische Ozeanographen, die die Strömungen an den Tiefseevulkanen untersuchen. Eine Wissenschaftlerin aus Frankreich untersucht dagegen die sogenannten Pompeji-Würmer, die die heiszesten Stellen an den Vulkanen besiedeln. In unserer Arbeitsgruppe untersucht Sabine die Kolonisation und Verbreitung von Meiofauna, das sind Tiere von 63µm bis 1mm Grösse. Sigrid untersucht Babyröhrenwürmer der Tiefsee und will den Infektionsprozess der symbiontischen Bakterien genauer erforschen. Bettina arbeitet mit den großen Tiefseeriesenröhrenwürmern und will herausfinden, warum diese bis zu 85 cm pro Jahr wachsen und ob dies mit dem Zellzyklus der Wirtszellen zusammenhängt.

F: Wie viele Personen passen in das U-Boot?

A: Ein Pilot und 2 WissenschaftlerInnen.

F: Was sieht die Crew der Alvin beim Abtauchen zu den hydrothermalen Quellen?

A: Die ersten 10 Minuten des Tauchganges wird es allmählich finster bis man die Tiefe von ungefähr 200 Metern erreicht hat. Hier kann man manchmal Quallen beobachten. Beim letzten Tauchgang ist auch ein kleiner Hai an der Oberfläche aufgetaucht. Den hat allerdings nur der Pilot kurz gesehen. Nach 10 Minuten ist es finster und dann tauchen wir noch eine Stunde und 20 Minuten ab, bis wir den Meeresgrund erreicht haben. Währenddessen sieht man kleine fluoreszierende Pünktchen – Plankton - oder auch größere Tiere, wie Quallen oder Salpen, die leuchten. Einmal habe ich auch einen kleinen Anglerfisch gesehen.

F: Wie werden die Riesenröhrenwürmer oder die anderen Lebewesen erforscht? Werden Lebewesen mit nach oben genommen, wenn ja, welche? Werden Versuche an Ort und Stelle gemacht?

A: Ja, einige Exemplare der Tiere an denen wir forschen (Röhrenwürmer, Ruderfußkrebse, Fadenwürmer,…), müssen an die Oberfläche gebracht werden, da sie vor Ort nicht untersucht werden können. Man kann ja aus dem U-Boot nicht aussteigen. Aber vor Ort machen wir ganz viele Fotos und Videos um den natürlichen Lebensraum genauer zu erfassen. Auszerdem können wir mit den Greifarmen der Alvin auch z.B. Temperaturfühler gezielt an bestimmte Stellen halten und messen wie heiß oder kalt es in der Umgebung der Tiere ist. Und man kann auch Kolonisationsvorrichtungen und sogar Fallen dort unten hinlegen, um zu sehen wie schnell diese besiedelt werden bzw. ob sich etwas in den Fallen verfängt.

F: Welche Besonderheiten wurden auf dieser Expedition bisher beobachtet?

A: Eigentlich ist fast alles neu. Nur wenige Menschen konnten so wenige Zeit nach einem Vulkanausbruch in der Tiefsee tauchen und live beobachten welche Verwüstungen der Lavafluß angerichtet hat (siehe daily log zu den Veränderungen der Fauna)

F: Wurden bereits neue Arten entdeckt?

A: Ja ein neuer Wurm, ungefähr 5 mm lang aus der Gruppe der Strudelwürmer. Diese sind von Hydrothermalquellen der Tiefsee nicht bekannt und wir sind davon überzeugt eine neue Art entdeckt zu haben. Genaueres können wir aber erst in Wien dazu sagen, nach ausführlichem Studium der Literatur und nach Anfertigung von Dünnschnitten und der Rekonstruktion des Bauplans und der Eigenheiten dieses Tiers.

F: Wie werden die Tiere, die an die Oberfläche gebracht werden versorgt, damit sie die gleichen Bedinungen haben wie in der Tiefsee?

A: Man muss die Tiere in sogenannte Hochdruckaquarien stecken. Dann wird der Druck von 1 bar auf 250 bar (bei 2500 Metern) gebracht und die Temperatur entsprechend dem Vorkommen der einzelnen Arten reguliert. Der Riesenröhrenwurm zum Beispiel lebt am längsten, wenn er 13 Grad Celsius, viel Sauerstoff und auch aussreichend Schwefelwasserstoff bekommt, damit seine chemosynthetischen Bakterien fleissig Nahrung produzieren können. Das klingt alles sehr einfach, hat aber Jahre der Entwicklung und Erforschung gebraucht.

Q: What is the most exciting experience that you have made so far?

A: The most exciting experience is to dive for the first time. The time it takes to pass through 2500 Meters of water is astonishing and once you are on the bottom that consists of black basalt and see for the first time a black smoker or large animal communities, this is just great.

F: Dienen die Styroporbecher als Sammelbehälter? Halten die den Druck überhaupt aus?

A: Nein und zweite Frage auch nein. Antwort findet sich in Kürze im Abschnitt Experimente.

F: Merkt man an der Oberfläche etwas von Hydrothermalquellen?

A: Nein, da liegen 2.5 km mit Tonnen von Wasser dazwischen.