Zehn Schulklassen werden in einer Konferenzschaltung via Satellit live mit dem Forschungsschiff verbunden und weiters via Funkverbindung zum U-Boot. Die SchülerInnen können ihre Fragen direkt an die Besatzung des Schiffes und des U-Bootes richten.

Die anfallenden Telefonkosten werden von uns bezahlt.

Jede Klasse darf eine Frage an die Besatzung des Schiffes an eine Person eurer Wahl richten (Kapitän, Offiziere, MatrosInnen, KöchIn, IngienieurIn, WissenschaftlerInnen und StudentInnen) und eine Frage an die Besatzung des U-Bootes (Alvin Pilot oder WissenschaftlerIn).

Das Telefongespräch findet an einem Schultag am 13. November um 15.00 Uhr statt.

Zu diesem Zeitpunkt wird sich das Forschungsschiff Atlantis mitten im Pazifik befinden. Die genauen Breiten- und Längengrade sind 9°50´N, 104°17´W. Sucht diese Stelle auf einer Karte! Gleichzeitig wird sich das U-Boot Alvin im Krater eines Vulkans auf dem Ozeanboden in 2500 Meter Wassertiefe befinden, umgeben von absoluter Finsternis bei einem Außendruck von 250 bar und Tiefseetemperaturen von 2 Grad Celsius!

Wenn ihr mitmachen wollt, schickt uns bitte eure Anmeldung bis 15. Oktober 2006. Vergesst bitte nicht eure Klasse, die Schule, die Adresse, eure LehrerIn und Telefonnummer zu schicken. Außerdem brauchen wir natürlich auch eure Fragen bis spätestens 27. Oktober 2006, damit wir die entsprechende Person zum Mitmachen überreden können.


Telefongespraech 2006

Fragen an Alvin

BRG 6, Wien - Klasse 3C

F: Sind die Stellen des Vulkanausbruchs vom Frühjahr 2006 schon besiedelt? Wenn ja mit welchen Lebewesen?

A: Viele der alten Stellen schauen seit dem Vulkanausbruch ganz anders aus oder wurden um mehrere Meter verschoben. Auszerdem sind neue Stellen hinzugekommen. Bei einigen Stellen findet man seit dem Vulkanausbruch keine Lebewesen mehr, an vielen Stellen existieren aber bereits wieder ein Menge Pompejwürmer und viele Röhrenwürmer der Gattung Tevnia. Krabben sind sehr viele zu finden und auch Tintenfische und Fische gibt es viele.

BG und BRG3, Wien - Klasse 3B

F: Wie sieht das tägliche Leben auf einem U - Boot aus ( Schlafen, Duschen, Essen, WC...)?

A: Ein Tauchgang mit dem U-Boot dauert ungefähr 8 Stunden. Für den Tauchgang wird jeder/e TaucherIn mit einem Jausenpaket versorgt. Während des Tauchens wird es ziemlich kalt, so dass man dicke Pullover mitnehmen muss, obwohl es an der Oberfläche sehr heiß ist. Am Ende des Tauchganges ist man meistens schon sehr müde und oft schläft man auf dem Weg zur Oberfläche ein. Duschen gibt es im U-Boot keine, dafür ist es viel zu klein und für den Fall, dass man aufs Klo muß gibt es Urinflaschen wie im Krankenhaus.

BG/BRG Mödling - 6. Klasse

F: Warum haben die Tiere, vor allem Fische der Tiefsee so skurrile Formen?

A: Fische der Tiefsee treffen nur sehr selten auf Nahrung. Sie haben sehr große Mäuler, damit sie möglichst jedes andere Tier fressen können, dem sie begegnen und auch sehr große Beute verschlingen können, denn die Nahrung muss auch für sehr lange Zeit ausreichen. Viele können ihren Magen auf die doppelte Groesze ausdehnen und so Beute verschlingen, die groeszer ist als sie selber. Außerdem haben viele Tiefseefische keine Schwimmblase, da sie dem großen Druck nicht Stand halten würde. Die Augen der meisten Tiefseefische sind ebenfalls reduziert, da es in so großer Tiefe vollkommen finster ist. Manche besitzen aber spezielle Leuchtorgane, um Beute oder Geschlechtspartner anzulocken.

Haupt-und Musikhauptschule Herzogenburg - Klasse 1B

F: Wie alt ist das U-Boot?

A: Alvin wurde am 5. Juni 1964 zugelassen. Heute, am 13. November 2006, absolviert Alvin den 4271. Tauchgang. Da es andauernd Verbesserungen und Veraenderungen unterzogen wird, gibt es am Tauchboot keinen Origiginalteil mehr. Zum Beispiel wurde im Jahre 1973 die alte staehlerne Personenkapsel durch eine neue aus Titan ersetzt.

Landwiedgymnasium Linz - Klasse 4A

F: Welchen Druck spürt man im Inneren des Tauchbootes? Welchen Druck hält Alvin aus?

A: Tatsaechlich fuehlt man einen leichten Mangel an Druck, so als waere man in etwa 500 Metern Hoehe. Beim Abtauchen hat es im Boot einen Druck von einer Atmosphaere. Das ändert sich leicht, wegen der wechselnden Temperaturen. Alvin haelt einen Druck aus von 475 Kilogramm pro Quadratzentimeter.

International School Hamburg

Q: How does he keep track of the Alvin when it is at the bottom of the sea?

(F: Wie haelt der Pilot Alvin auf Kurs am Grunde des Meeres?)

A: We track it with accustic navigation, as well as maintain communications with the UQC (under water telephone).

(A: Wir steuern mittels akustischer Navigation. Und wir sind ueber das Unterwassertelefon mit der Atlantis verbunden.)

BG/BRG Purkersdorf - Klasse 3C

F: Wie wird die Alvin angetrieben und wie werden die Besatzungsmitglieder mit Sauerstoff versorgt?

A: Das U-Boot wird von sechs Propellern bewegt. Zwei dienen dem Aufsteigen, drei dem Vorwaerts- und Rueckwaertsfahren und einen horizontal montierten Propeller verwenden wir als Ruder. Der Sauerstoff im U-Boot wuerde fuer einen Mann 210 Stunden reichen. Der Pilot kontrolliert den Sauerstoffgrad im U-Boot und wir verwenden Kohlendioxidfilter um das CO2 aus der Luft zu filtern. Stiftsgymnasium Kremsmünster - 4. Klasse

F: Wie tief kann die Alvin maximal tauchen?

A: 4500 Meter.

Fragen an Atlantis

BRG 6, Wien - Klasse 3C

F: Welche Gefahren drohen auf Expeditionen dieser Art?

Diese Frage ist ganz klar an den Kapitän gerichtet:

Vieles kann auf einer Expedition an Bord eines Schiffes gefährlich sein. Es gibt dort schwere Maschinen, die das Schiff antreiben. Deshalb haben wir nur qualifizierte Maschinisten, die damit arbeiten. Für jeden, der im Umgang mit diesen Maschinen unerfahren oder dafür nicht ausgebildet ist, können sie zur Gefahr werden. Mit Alvin zum Meeresgrund tauchen, kann gefährlich sein. Die Alvin-Schwimmer, die bei Start und Bergung von Alvin ins Wasser gehen, können gefährlichen Haien begegnen. Die Wissenschaftler arbeiten mit gefährlichen Chemikalien und müssen daher sehr vorsichtig sein.

BG und BRG3, Wien - Klasse 3B

F: Wie kommunizieren die Wissenschaftler/innen mit ihren Familien?

A: Wir haben Internet und Satellitentelefon. Das Telefon ist allerdings teuer und kostet 2.50$ die Minute. Internet kostet nichts, man kann aber keine großen Bilder oder Texte schicken, das würde zu lange dauern.

BG/BRG Mödling - 6. Klasse

F: Was geschieht mit den Abfällen? Wird alles über Bord geworfen (Glas, Plastik?)

Diese Frage ist an den Koch gerichtet:

A: Nein, es gibt eindeutige internationale Vereinbarungen, die regeln, was mit Abfall geschieht. Plastik wird nie über Bord geworfen. Abfall wird getrennt. Biologisch abbaubarer Müll, wie Papier, Pappbecher und Essen werden in schwere Papiersäcke gesteckt und über Bord geworfen. Plastik wird am Schiff bei Temperaturen von bis zu 1200 Grad Celsius verbrannt. Wir haben auch eine Hochleistungs-Abfallbeseitigung für Essen mit dem Spitznamen Morris. Schließlich muss mancher Müll an Land gebracht werden zur Entsorgung. Chemikalien, Farbeimer und Spraydosen.

Haupt-und Musikhauptschule Herzogenburg - 4. Klasse

F: Angenommen, Sie entdecken in den Tiefen der Ozeane ein neues Lebewesen. Dürfen Sie sich den Namen aussuchen, den dieses Lebewesen tragen wird? Was passiert mit diesem Tier?

A: Derjenige, der das Tier wissenschaftlich beschreibt und publiziert, darf den Namen ausuchen. Oft sind es altgriechische oder lateinische Namen oder auch ganz einfach der Name einer Kollegin oder eines Kollegen, der das Tier gefunden hat. Am besten ist es wenn man gleich mehrere Tiere dieser neuen Tierart entdeckt, denn ein Exemplar muss als Belegexemplar öffentlich zugänglich sein, das heiszt irgendwo in einem Museum deponiert werden.

Landwiedgymnasium Linz - Klasse 4A

F: Haben Sie selbst schon neue Tierarten in der Tiefsee entdeckt?

A: Ja mehrere, und mit kleinen Tieren die weniger als 1mm groß sind, ist das gar kein Problem. Bevor wir hier angefangen haben zu arbeiten, hat sich praktisch niemand für diese kleinen Tiere interessiert und so gab es und gibt es immer noch viele neue Arten, die wir entweder selbst beschreiben oder zu Kolleginnen und Kollegen zur Beschreibung schicken. Dieses mal haben wir sogar einen 4 cm großen Borstenwurm entdeckt der mit ziemlicher Sicherheit eine neue Art ist.

International School Hamburg

Q: What are the smallest and largest living things you saw at the hydrothermal vent?

(F: Welches ist das kleinste, welches das größste Lebewesen, das Sie an den Hydrothermalquellen gesehen haben?)

A: The largest animals at these vents down there are for sure the giant tubeworms. Their tubes can be larger than 2 m and the animal themselves are also more than 1.5 Meters. The smallest animals I saw out of the window of Alvin are still quite large and are snails I would say or small worms. But the smallest animals I found in vent samples using the microscope is probably the babies of the giant tubeworms which I have been studying. They are only one fifth of an millimeter long.

(Die größsten Tiere an den Vents sind sicherlich die Riesenröhrenwürmer. Ihre Röhren können länger als 2 Meter sein und auch die Tiere selbst sind mehr als 1.5 Meter lang. Die kleinsten Tiere, die ich von Fenster der Alvin aus gesehen habe, sind kleine Schnecken und kleine Würmer. Aber die kleinsten Tiere, die ich in Proben gefunden und im Mikoscop untersucht habe, sind wahrscheinlich die Babies der Riesenröhrenwürmer. Die sind nur ein Fünftel eines Millimeters groß.)

BG/BRG Purkersdorf - Klasse 3C

F: Wie werden die Tiere die an die Oberfläche gebracht werden und versorgt, damit sie die gleichen Bedingungen haben wie in der Tiefsee?

A: Manche Tiere wie die Schlotkrabben kann man gut im Kühlschrank halten. Die sind ziemlich zäh. Aber die meisten Tiere müssen in so genannte Hochdruckaquarien gesteckt werden, damit sie unter gleichen Druck- und Temperaturbedinungen zumindest noch eine zeitlang weiterleben. Manche Tiere brauchen auch bestimmte Sauerstoffverhältnisse oder Schwefelwasserstoff und dann wird die Sache mit den Hochdruckaquarien noch komplizierter, wurde aber auch schon gemacht.

Stiftsgymnasium Kremsmünster - 4. Klasse

F: Gibt es an Bord so etwas wie Lagerkoller, oder ist das Schiff groß genug auch für einen langen Aufenthalt?

A: Während einer 4-wöchigen Reise lernt man eigentlich immer Leute kennen mit denen man sich gut versteht und anfreundet. Andere wiederum kann man weniger leiden, so wie überall. Das Schiff ist zwar nur 84 m lang, hat aber mehrere Stockwerke und man kann sich auch gut aus dem Weg gehen, wenn man will. Also in dem Sinn Lagerkoller aufgrund der Kleinheit des Schiffes gibt es weniger. Es ist eher so, daß man nach 3-4 Wochen intensiver Arbeit ziemlich müde ist und sich dann schon wieder sehr freut nach Hause fahren zu können.

           

                             Monika zwischen Satellit und Tiefsee                    Koch Mark, Pilot Bruce, Monika

Und das wird bald sein, denn am Mittwoch haben wir unseren letzten Tauchgang und dann geht’s auf schnellstem Wege zum nächsten Hafen in Manzanillo, Mexico. Von dort aus fliegen wir dann wieder nach Hause. Wir haben jetzt alle Fragen durch und ich hoffe wir konnten sie in aller Kuerze gut fuer Euch beantworten. Es hat uns viel Spass gemacht mit Euch zu telefonieren. Ich bin froh dass Ihr so neugierig seid und bei unserem Programm „extreme 4 kids - Expedition in die Tiefen der Ozeane“ mitgemacht habt. Im Namen der gesammten Mannschaft der Atlantis und Alvin und aller Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Bord hier moechte ich mich von Euch verabschieden. Tschuess bis zum naechsten Mal.